Leckortung


Die Leckageortung oder auch Leckortung wird zum Auffinden von verdeckten Leckstellen an Rohrnetzinstallationen oder auch auf Flachdächern durchgeführt. Mit Hilfe unterschiedlicher Mess- und Ortungstechniken wird die Leckstellenposition möglichst exakt erfasst.

Dazu stehen unterschiedliche Ortungsmethoden zur Verfügung:


Video-Endoskopie:

Ein Endoskop ist ein Gerät dass zur Sichtprüfung schwer zugänglicher Hohlräume eingesetzt wird.


Tracer-Gas-Verfahren:

Leck geschlagene Rohrleitungen werden entleert und mit einem Messgas befüllt. Das Messgas tritt aus der Leckstelle aus. Die Leckstelle kann so eingegrenzt werden.

Das Rohrsystem wird mit einem speziellen Gasgemischs gefüllt und mit leicht erhöhtem Überdruck verschlossen. Das Gas tritt an der Leckstelle aus und diffundiert auch durch relativ dichte Bauteile wie Beton, Estrich und Fußbodenbelägen und lässt sich mit Hilfe des Tracergasmessgerätes nachweisen. Der Sensor, der eine selektive Empfindlichkeit für das verwendete Gas besitzt, meldet bereits Gasspuren im einstelligen ppm-Bereich (ppm - part per million).


Elektro-akustische Leckageortung:

Dem zuvor eingemessenen Leitungsverlauf folgend "horcht" man die Leitungen ab. Leckagegeräusche werden verstärkt, Leckstellen können so punktgenau geortet werden.

Mit einem Bodenmikrofon oder Kontaktmikrofon, auch als Geophon bezeichnet, erfolgt die Erfassung von typischen Schallwellen, die bei einer Leckstelle an Wasser- bzw. Heizleitungen auftreten, und zwar:

  1. durch die die Körperschallschwingung des Rohres (verursacht durch Wasseraustritt am Leck)
    • Diese Schwingung ist je nach Beschaffenheit des Rohres unterschiedlich stark und breitet sich nach beiden Seiten des Lecks aus. Das Geräusch kann mit speziellen Mikrofonen an der Leitung direkt wahrgenommen werden. Dabei gilt: Je lauter das Geräusch, umso näher an der Leckstelle A und umgekehrt.
  2. durch das eigentliche Leckgeräusch (Bewegung des Wassers)
    • Das Leckgeräusch breitet sich kugelförmig aus und kann nur an der Leckstelle wahrgenommen werden. Dabei dient ein Bodenmikrofon zur Verstärkung der Hörbarkeit des Geräusches.


Thermografie:

Methode zum Sichtbarmachen von Leckagen an Warmwasser- und Heizungsleitungen.

Ein mit der Infrarotkamera erstelltes Thermogramm zeigt die Wärmestrahlungsverteilung des thermografierten Bereiches. Hierbei entsprechen dunklere Bereiche (blau bis schwarz) den Flächen niedriger Oberflächentemperaturen, die helleren Bereiche (gelb bis weiß) zeigen die Flächen mit den größeren Wärmestrahlung. Das gesamte Temperaturfeld wird im gewählten Messbereich durch eine kontinuierliche Farbskala wiedergegeben.


Leitungsortung:

Elektrisch leitende (metallische) Leitungen werden in ihrem Verlauf und in der Verlegetiefe eingemessen.


Farbstoffüberprüfung mittels UV-Luminat:

Der UV-Tracer eignet sich besonders gut für Dichtigkeitsprüfungen von Abflüssen, Wasserrohren, Abdichtungen oder an wasserführenden Ebenen von Flachdächern.